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Marketing – die Jagd nach dem Begriff

Marketing – die Jagd nach dem Begriff

Allgemein, Marketing, Outdoor, Vertrieb0 Kommentare

Zum Jahreswechsel möchte ich in meinem Outdoor- und Jagdmarketing-Blog einmal etwas theoretischer werden. Mir begegnen im täglichen Unternehmensalltag, und in letzter Zeit öfter, fachliche Fehler und Missverständnisse, die, würden sie beseitigt, mehr Klarheit in unser aller Arbeit zur Folge hätten.

Leider wird oftmals der Begriff Marketing fälschlicherweise mit Werbung gleichgesetzt. Begriff kommt von Begreifen – und daher erst mal eine verständliche Kurzdefinition was mit Marketing eigentlich gemeint ist. Aus den verschiedenen Marketing-Definitionen liegt mir die „beziehungsorienterte Definition“ am nächsten: Kurz gesagt baut sich die Unternehmung um ein Beziehungsgeflecht zwischen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Stakeholdern auf. Die unterschiedlich motivierten Beziehungen zwischen den Parteien sind Kern und Antrieb für alle Strukturen, Strategien und weiteren Maßnahmen.

Viele Werbe-Agenturen bedienen sich jedoch des Wortes Marketing, um das weniger positiv besetzte Wort Werbung zu umschreiben, und um ihren Kunden einen oftmals nicht vorhandenen ganzheitlichen Anspruch zu vermitteln. Auch hat sich das Wort Marketing im deutschsprachigen Raum mittlerweile als trendig klingendes Synonym für Werbung etabliert, so dass Google Adwords Suchen und Keywords für SEO dahingehend optimiert werden.

Marketing entstammt jedoch dem Wortstamm (to) market – vermarkten. Es geht in erster Linie um den Vertrieb, den Verkauf von Produkten oder einer Dienstleistung oder einer Botschaft. Nicht mehr und nicht weniger – und positiv besetzt! Wenn also Werber sich mit dem Wort Marketing schmücken, dann sollen sie bitte auch und zuallererst vertriebsfördernd tätig sein. Das erfordert natürlich eine tiefere Marktkenntnis, und setzt eine Kenntnis von Kunden-Bedürfnissen, Konkurrenz-Situationen, Preis-Entwicklungen und Trends voraus.

Marken- und vor allem designorientierte Werbe-Agenturen zucken jetzt zusammen, und weigern sich das Ziel Verkaufen bei Ihrer Arbeit als oberstes Ziel anvisieren zu müssen. Ihnen geht es um „Kommunikation, Markenwerte, Corporate Design und Unternehmensdarstellung“. Das ist alles richtig und nützlich, aber auch hier steht übergeordnet der VERKAUF, davon leben Unternehmen, das ist ihr Daseinszweck. Werbung und Markenprofilierung sind wichtig, man möchte gesehen werden. Aber das alles ist nur ein Teilbereich, ein Mosaikstein im Marketing. Und Marketing ist zuallererst Beziehung, in jeglicher Form. Ohne wie auch immer geartete Geschäftsbeziehung findet kein Verkauf statt. Und gerade bei Design und Gestaltung sollte immer darüber nachgedacht werden, inwieweit die Verkaufsbotschaft der Unternehmung transportiert werden kann. Klar ist: Bei gleichem Produktangebot und Preisleistungs-Verhältnis entscheiden Faktoren wie Design, Verfügbarkeit und Image. Aber vor allem auch die Quantität und Qualität der Beziehung zum Kunden.

Es wird philosophischer, denn Unternehmungen sind, wie jegliches Leben, ständig im Fluss: das Marketing eines Unternehmens ist niemals richtig und niemals fertig. Die Kunst liegt in der effizienten Annäherung an den weitestgehend effektivsten Zustand. Frei nach dem Psychologen C.G. Jung: „Die großen Lebensprobleme (Unternehmensprobleme) sind nie auf immer gelöst. Sind sie es einmal anscheinend, so ist es immer ein Verlust. Ihr Sinn und Zweck scheint nicht in ihrer Lösung zu liegen, sondern darin, dass wir unablässig an ihnen arbeiten. Das allein bewahrt uns vor Verdummung und Versteinerung (meint: vor Stillstand und Rückschritt).“

Auch das Wort Full-Service Agentur ist ja mittlerweile hinreichend vergewaltigt worden. Will eine Agentur wirklich das komplette Angebot, den fast unüberschaubaren Mix aus Logo, Typo, Filmen, Video-Editing, Apps, Webseiten und SEO-Marketing, aus Print und Texten, aus Branding, viralem Marketing und aus PR und Design inhouse lösen? Die Ergebnisse können in unseren immer komplexeren Zeiten nur mittelmäßig sein, oder Aufträge werden hintenherum doch an Dritte abgetreten.

Marketing Manager in modernen Unternehmen, und gerade dazu gehört auch die Outdoor-Branche, sind heute gut vernetzt, verfügen über die entsprechenden Kontakte, und wissen, welcher Spezialist ihnen welches Problem löst. Sollten Sie noch nicht über ein solch komplettes Netzwerk verfügen, kontaktieren Sie mich bitte.

Für das vor uns liegende Jahr wünsche ich uns allen Gesundheit, geschäftlichen Erfolg und das nötige Waidmannsheil bei der Jagd nach Ihren / Deinen Zielen!

Die Trends für 2013:

Persönliche Beziehungen zum Kunden (B2B und B2C), Video Video Video, Responsive Designs, mehr schadstofffreie Produkte (z.B. bleifreie Munition im Jagdmarkt / nichttoxische Bekleidung im Outdoormarkt) und kürzere Herstellungs- aber auch kürzere Halbwertszeiten und somit fallende Preise für Werbung.

Sebastian Steinbrink-Minami

 

 

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